Sonntag, 10. Dezember 2006

Teamanalyse - Toronto Maple Leafs

Toronto Maple Leafs

Der Stanley Cup-Sieger aus der Saison 05 lehrt drei Spielzeiten nach diesem Glanzpunkt keinem mehr das Fürchten. Zu tief stecken die Ahornblätter inzwischen im Sumpf des Mittelmaßes fest und müssen für die großen Erfolge längst in ihren Erinnerungen kramen und die Vergangenheit strapazieren. Platz 14 momentan in der Liga mit lediglich 16 Siegen und 39 Punkten aus 38 Spielen – die Leafs haben längst nicht ihre innere Mitte gefunden, wohl aber die der Liga.

Obwohl das Team aus dem Mutterland in allen Mannschaftsteilen Star-Spieler wie Joe Thornton (C), Sergei Samsonov (RW) oder Tomas Kaberle (D) beschäftigt, muss um einen Play Off-Platz im Osten beinahe mehr denn je gebangt werden. Nur ein magerer Zähler nämlich trennt den Traditionsclub von Platz 9. Während Toronto gerade in den letzten 10 Partien Federn ließ, demonstrierte Division-Nachbar Montreal die Stärke eines mannschaftlich geschlossenen Auftretens und knöpfte den um 30 Millionen Dollar Salary schwereren Maple Leafs kurzerhand die Führung in der Northeast Division ab.

Team und Fans schienen den Vormarsch der Habs mit beinahe beängstigender stoischer Ruhe hinzunehmen. GM Thorsten Poplawski aber war um so lauter: Im heutigen Spiel gegen Columbus versuchte er mit allem Temperament sein Team nach vorn zu peitschen, doch mehr als ein Verweis auf die Tribüne für die letzten Minuten der Overtime brachte ihm das nicht ein. Toronto einigte sich vielmehr mit den Jackets auf ein 3:3 und fand mit dem Unentschieden – einmal mehr in dieser Saison – zwischen Sieg und Niederlage den farblosen Weg der Mitte.

„Wir sind einfach nicht auf der Höhe des Spiels“, sprach Sergei Samsonov, seines Zeichens Topscorer bei den Leafs mit 11 Toren und 22 Assists, klare Worte, ohne jedoch wirklich das Problem beim Namen nennen zu können. Goalie Billy Thompson, der gegen Columbus mit 32 Saves bei insgesamt 35 Schüssen sein Team mit einer guten Leistung im Spiel hielt, zuckte noch ahnungsloser mit den Schultern: „Wir wissen nicht, wo eigentlich das Problem liegt. Vielleicht ist gerade das unser Problem.“ Und Captain Joe Thornton winkte gar nur ab, als man ihm das Mikro auf dem Weg in die Kabine entgegenstreckte.

Trotz all der Ratlosigkeit ist man sich in Toronto dennoch einig: Das Team braucht einen Umkehrpunkt, einen neuen Anstoß zum Ausbruch aus dem Mittelmaß. Vielleicht kommen da morgen den Leafs die jungen Wilden aus Montreal gerade recht. Das Stichwort „Schicksalsspiel“ ist bereits gefallen. Und anstatt damit den Druck auf die angeschlagenen Ahornblätter in die Höhe zu treiben, sollten sie vielmehr in dieser Partie die Chance sehen, die Gefüge im Nordosten wieder gerade zu rücken. Mit Blick nach vorn also: Hail Mary, Leafs!

Keine Kommentare: