Mittwoch, 21. Februar 2007

Montreal Inside

82 Spiele gespielt und noch immer nicht genug.

Viele Experten garantierten den Canadiens vor der Saison einen schönen Golfurlaub, nachdem man seinen
Star an die Flyers abgab. Doch am Ende kam es ganz anders. Nicht mal bis zum letzten Spieltag musste man zittern, bereits einige Spiele zuvor konnte man für die Playoffs planen und das mit einem Kader, wo sich nicht wirklich einer hervortut. Das Kollektiv war es, was den Erfolg brachte. Hinten gut stehen und vorne wird schon einer durchkommen. Einmal mehr bewies Devan Dubnyk, dass er dem Team den nötigen Rückhalt geben konnte. Außerdem erlebten Francis Bouillon und Martti Jarventie in ihrer wohl jeweils letzten Saison einen ungeahnten 2. Frühling. Kein Wunder das die 3.Reihe mit Morrison, Bartov und Pettinger die stabilste im ganzen Team war. Unschön zum Ende der Saison war das aufeinmal aufgetretene Verletzungspech, mitunter von rüpelhaften Gegenspielern verursacht. Nun hofft ganz Montreal, naja mit Ausnahme vielleicht von Mike Cammalleri, das Beech und McCarty rechtzeitig zu den Playoffs wieder fit werden. Ansonsten dürften einige Farmspieler zu ungeahnten Ehren kommen. Man ist sich in Montreal eh nicht ganz so sicher, was als Ziel ausgegeben werden soll. Die Fans wollen natürlich den Titel, aber das ist man von Montreal-Fans gewöhnt. Das die Realität oft weit davon entfernt ist, ist denen oft nicht ganz so klar. Viele Spieler fürchten auch den Druck und wechseln in der Offseason lieber woanders hin, als zum Traditionsclub. Dieser Situation ist sicher GM Rieger wohlbewusst und setzte deshalb auf junge Leute, die noch hungrig und unverbraucht sind. Trotzallem hofft man natürlich, dass man in der folgenden Offseason vielleicht einen Kracher verpflichten kann. Ansonsten, so Rieger, greift man halt auf die eigenen Talente zurück. Kopitar, Lebda, Wjokowski und Latendresse haben alle eine verheißungsvolle Zukunft vor sich. Den Raum dies zu zeigen, wird sich wohl bald für sie auftun. Trotzallem gab es natürlich auch Mängel, während der vergangenen Saison. Der gravierenste ist, die Unkonstanz. Beech der eine zeitlang gut mithalten konnte den Topgoalscorern wurde am Ende doch mehr durchgereicht und das ist nicht nur der Verletzung zuzurechnen. Ein anderer konnte hingegen zum Ende der Saison nochmal aufdrehen und sich in vielleicht besseres Licht zu heben, wenn es um die Vergabe der Calder Trophy geht. Auf die Frage, ob er sich Chancen ausrechnete, meinte Tremblay " Ich hab vielleicht nicht die beste Punkteausbeute aller Rookies, aber im Gegensatz zu den meisten anderen hab ich die komplette Saison durchgespielt. Es wird sich zeigen, welche Kandidaten die Jury nominieren wird." Am Ende der Saison wird es noch einen weiteren emotionalen Höhepunkt geben, Fred Brathwaite wird sich vom aktiven Sport zurückziehen. Vorher hofft er allerdings noch auf den ein oder anderen Playoffeinsatz oder noch lieber den Titel, aber das ist mehr ein Wunschtraum, so Brathwaite. Einige Tage wird er noch warten müssen, aber dann geht endlich los. Gegner in Runde 1 wird Florida sein. Eine ganz und gar offene Paarung. Die Statistik der Saison ist ausgeglichen. Wohlmöglich gehts sogar bis in ein Spiel 7. Das Management hofft natürlich, dass Dubnyk nun mehr gefestigter ist, nachdem er in den letzten Playoffs, doch öfters Nerven zeigte. Ein Experte meinte, zur NHL gehört halt nicht nur die Regular-Season, sondern auch die Playoffs. Und ein richtiger Superstar wird man erst, wenn man den Titel geholt hat. Und keiner in Montreal hofft, dass es Dubnyk wie einem Peyton Manning geht, der erst fast 30 werden musste, eh er endlich den Super Bowl gewann. Bleibt nur noch eines zu sagen: "Let the games begin!"

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