Die Saison ist vorüber, die Playoffs stehen vor der Tür (Anm. d. Red.: Artikel wurde aus gesundheitl. Gründen erst jetzt veröffentlicht). Wir haben es geschafft, GM Beck ans Telefon zu bekommen und ihm ein paar Fragen zu stellen.
Nicoletta Schreiberling: Hallo Herr Beck, zuerst die besten Wünsche für die Playoffs. Mit den Coyotes erwischen Sie ein vermeintlich leichten Gegner...
GM Beck: Na, na, na meine Liebste. Sie verwechseln, die Vergangenheit mit der Gegenwart. In den Playoffs gibt es keine leichten Gegner. Sicher werden wir gegen Phoenix in die Favoritenrolle gezwängt. Aufgrund unserer vergangenen Erfolge zurecht und wir haben viel zu verlieren. Wir wollen nicht wieder in der ersten Runde die Segel streichen.
NS: Gut, reden wir über vergangenes. Wir sehen Sie den Saisonverlauf der Sharks?
GMB: Im Grunde bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir unser großes Saisonziel nicht erreicht haben...
NS: Was wäre die?
GMB: Wir haben es nicht geschafft, die Detroit Redwings hinter uns zu lassen. Am Ende hatten sie einen doch recht großen Vorsprung gehabt, das ist zwar traurog aber nicht weiter tragisch, da wir ja während der Saison doch einiges am Team geändert hatten.
NS: Sie erwähnen es selbst. Viele Fans und Experten waren sich einig, daß Sie mit einigen Trades daneben lagen.
GMB: Tja, da kann ich mich nicht aus der Pflicht nehmen. In der Tat denke ich, daß nicht alle Trades äußerst glücklich verliefen. Aber schau ich mir die Leistung von Connolly an, wird mir warm um mein Herz. Er hat den Verlust von Bonk wett gemacht und mit Sharp eine gute Verbindung aufgebaut. Auch in Koltsov haben wir uns einen jungen Verteidiger geholt, der sehr gut in unser offensives Spiel paßt. Sutton und McDonald hatten Schwierigkeiten, sich zu integrieren, aber hier hoffe ich, daß sie sich in den Playoffs finden werden und unser Spiel gefährlich machen werden. Vor allem in der 3. Reihe hoffe ich darauf, das McDonald, Fedoruk und Cooke gemeinsam mit Sutton und Koltsov eine gefährliche Checkingline bilden.
NS: Ihre Taktik ging ja die letzen Jahre öfters voll auf. Wie denken Sie über diese Saison?
GMB: Trotz des Abgangs von Bonk & Co. hat es bei uns wieder einmal geklappt, ganz vorn mitzuspielen, auch wenn wir zum Ende der Saison mächtig Federn lassen mußten. Aber was die Leistungen von Boyes, Tanguay und vor allem dem jungen Sharp angeht, bin ich mehr als zufrieden. Auch konnte Cam Ward endlich beweisen, daß er auch dem mächtigen Druck stand halten konnte, die auf ihm lastete. Er war die unangefochtene Nummer eins und Mentor für den jungen Sahlstein. Auch er konnte eine Klasse Saison abliefern und wird bestimmt auch in den Playoffs die ein oder andere Prüfung auferlegt bekommen.
NS: Diese Saison klappte es nicht mit der Norris Trophy, die letzten beiden Jahre konnte sie Derek Morris für die Sharks holen. Sind sie enttäuscht, daß sie hier leer ausgingen?
GMB: Warum sollte ich, wir hatten eine ausgeglichene Defense. Mit Redden und Vagner hatten wir gleich zwei Verteidiger beim Allstargame dabei, Tzerko schaffte es ins U23-Allstargame. Was will man mehr? Mit Kalinin und Jillson haben wir uns außerdem noch zwei äußerst durchschlagsstarke Verteidiger ins Boot geholt. Und auch unser alter Freund Berenzweig ist immer für ein paar Überraschungen gut. Niinimaa hat in Minnesota ein perfektes Team gefunden, um sich perfekt zu entfalten und hat die Trophy völlig verdient erhalten, Glückwunsch.
NS: Gibt es trotzdem enttäuschende Momente diese Saison? Gibt es Spieler, die Ihren Erwartungen nicht gerecht wurden?
GMB: Das kann man so nicht aburteilen. Klar hing ein Ciernik diese Saison seinen Leistungen vergangener Zeiten nach, dafür spielte er aber auch nur komplett in der 4. Line auf, denn wir hatten glücklicherweise nur mit sehr wenigen Verletzungen und Strafen zu kämpfen. Sutton und Kobasew haben zwar statistisch nicht die besten Leistungen gebracht, man sollte aber nicht vergessen, daß die den Großteil der negativen Bilanz in ihren alten Teams erstellt hatten. Unzufrieden bin ich eigentlich nur mit dem Schlußspurt der Saison, als wir viel an Boden gegen die "olle Gloedentruppe" verloren. Aber sein Team ist einfach grandios und wir ziehen den Hut vor seiner Leistung.
NS: An was denken Sie gern zurück?
GMB: Als erstes wäre das grandiose Spiel von Sharp gegen die Kings zu nennen, als er mit 5 Toren und 1 Assist sich selbst ein Denkmal setzte. Ich denke auch, wenn nicht unbedingt sehr gern an das 7:7 gegen die Blues zurück. Was für ein Spektakel für die Fans.
NS: Abschließend noch eine Frage. Wer denken Sie, wird das Rennen machen?
GMB: Ich wünsche mir natürlich, daß wir uns selbst ein Denkmal setzen und den dritten Titel holen. Aber die Konkurrenz ist viel zu groß. Im Westen haben die Redwings, Flames und Canucks noch sehr gute Chancen in meinen Augen. Und sollten die Devils im Osten die Hürde Pittsburgh nehmen, haben auch sie in meinen Augen beste Chancen auf den nächsten Titel. Ich mag keinen Tip abgeben, würde mir aber ein Finale New Jersey - San Jose ganz besonders wünschen. Die Devils scheinen uns zu liegen (lacht).
NS: Vielen Dank für Ihre geopferte Zeit und gute Besserung an Ihren Vater.
GMB: Vielen Dank, ich werde es Ihm ausrichten.
Nicoletta Schreiberling
für San Jose Press
Montag, 26. Februar 2007
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